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Das Konzept des fließenden Raumes war in der Architekturgeschichte entgegen weit verbreiteter Meinung schon immer präsent. Richtig durchgesetzt hat es sich gegenüber geschlossenen Räumen allerdings nie, bis heute bleiben fließende Räume aber sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich ein Element besonderer Gestaltung. Letztendlich

kommt es bei der Entscheidung für diese unkonventionellen Entwürfe auf den jeweiligen Zweck des Gebäudes und den persönlichen Geschmack an.

Der Barcelona-Pavillon als Einfluss in der Moderne

Bereits in der Antike waren fließende Räume allgegenwärtig – vor allem in den Säulenbauten, die zum einen den Blick auf die andere Seite frei ließen und zum anderen eine durchlässige Abgrenzung bezeichneten.

Bedeutend für die moderne Architektur war hingegen der Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe, der im Jahr 1929 auf der Weltausstellung in Barcelona zu betrachten war. Er sollte die deutsche Industrie repräsentieren und existiert heute nur noch als Rekonstruktion aus dem Jahr 1986.

Feste konventionelle Bestandteile von Bauten wie Ecken und solide Wände waren bei Mies van der Rohes Entwurf aufgehoben, indem sie durch Glas oder filigrane Stahlträger ersetzt wurden. Dies verlieh dem Gebäude einen ungewohnten und nie dagewesenen Grundriss. Innerhalb des Pavillons gab es offene Räume, die für eine veränderte Raumwahrnehmung sorgten. Obwohl der Pavillon bereits im Jahr 1930 nach der Ausstellung abgerissen wurde, sollte er die Architektur fortwährend deutlich beeinflussen. Grundsätzlich bedeutete ein solcher Bau für den deutschen Architekten eine Integration beziehungsweise Verbindung des Wohnraums mit der Landschaft.


Fließende Räume als flexible Gestaltungsmöglichkeit

Trotz des Einflusses des Barcelona-Pavillons finden sich heute nach wie vor überwiegend abgegrenzte, einzeln zuzuordnende Räume in allen Gebäudearten. Ein Erklärungsansatz ist, dass der Mensch eine solche Aufteilung als Schutz- und Rückzugsort anderen Entwürfen vorzieht.

Allerdings finden sich auch im privaten Bereich vereinzelt Wohnungen und Häuser, die dem Konzept des fließenden Raumes folgen, wofür die Wohnküche nur ein augenfälliges Beispiel ist. Grundsätzlich lassen sich theoretisch alle Raumarten miteinander verbinden. Unter Berücksichtigung des vorhandenen Grundrisses lassen sich mit Kreativität und Handwerkseinsatz die unterschiedlichsten Vorstellungen realisieren – auch in bereits bestehenden Gebäuden.

 

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