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Eine Berufshaftpflichtversicherung ist für freiberufliche Architekten und Ingenieure Pflicht. Sie deckt Sach- und Personenschäden durchlaufend ab. In einigen Fällen kann es allerdings sinnvoll sein, eine Einzelobjektversicherung abzuschließen. Sie ist mitunter günstiger als eine durchlaufende Berufshaftpflichtversicherung und ihre Konditionen können individuell auf das jeweilige Bauvorhaben zugeschnitten werden.

Die Einzelobjektversicherung umfasst diejenigen Aspekte, die eine durchlaufende Versicherung auch abdeckt. Dies bezieht sich auch auf die Nachhaftzeit. Die Versicherungsprämie berechnet sich unter anderem anhand der versicherten Leistungen, der Höhe der Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden, der gewählten Selbstbeteiligung, dem Honorarumfang sowie der Bausumme.

In diesen Fällen ist eine Einzelobjektversicherung sinnvoll

Dadurch, dass die Einzelobjektversicherung individuell für jedes Bauprojekt abgeschlossen wird, eignet sie sich nur in bestimmten Fällen. Beispielsweise dann, wenn ein Architekt nur ein bis zwei kleinere Objekte im Jahr bearbeitet. Das betrifft beispielsweise nebenberuflich arbeitende Architekten oder auslaufende Büros. Auch angestellte Architekten können auf diese Weise an eigenständigen Projekten mitarbeiten.

Dies kann auch für Berufsanfänger gelten, die noch nicht so viele Aufträge erhalten. Allerdings besteht hier das Problem, dass Einzelobjektversicherungen in den meisten Kammern nicht anerkannt werden. Hier ist in der Regel zur Aufnahme eine durchlaufende Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme vorzuweisen. Berufsanfänger sollten dies daher mit der jeweils zuständigen Kammer klären.

Unter Umständen macht eine Einzelobjektversicherung außerdem Sinn, wenn das Bauprojekt die durchlaufende Berufshaftpflichtversicherung zu sehr belasten würde. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn einzelne Projekte ein sehr hohes Schadenpotenzial mit sich bringen, das die Leistungen der herkömmlichen Versicherung übersteigt. Dies ist im Einzelfall zu prüfen.

Einzelobjektversicherung – rechtzeitiger Abschluss und Dauer

Um eine vollständige Deckung zu gewährleisten ist es essenziell, dass die Einzelobjektversicherung – wie auch die durchlaufende Berufshaftpflichtversicherung – rechtzeitig vor Projektbeginn abgeschlossen wird. Insbesondere sollten die Bauarbeiten nicht beginnen, bevor eine Versicherung abgeschlossen worden ist, da eine Rückdatierung nicht ohne weiteres möglich ist und daher auch kein rückwirkender Versicherungsschutz.

Idealerweise sollte allerdings bereits auch die Planungsphase in der Versicherung enthalten sein. Verspätete Anträge werden oftmals von den Versicherern abgelehnt, da nicht garantiert werden kann, dass bereits ein Schaden eingetreten ist. Hierbei spielt der Eintritt des Schadenfalls, der aufgrund falscher Planung entstanden ist, keine Rolle. Vielmehr ist der Verstoßzeitpunkt (also z.B. der Tag des Planungsfehlers) entscheidend. Generell sollte sich der versicherte Zeitraum daher von den ersten Projektarbeiten bis hin zum vollständigen Abschluss des Projekts erstrecken.

 

Wenn Sie eine ausführliche Beratung zu der Frage wünschen, ob eine Einzelobjektversicherung oder eine durchlaufende Berufshaftpflichtversicherung zu wählen ist, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

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