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Schulen bilden die Schnittstelle zwischen Architektur und Pädagogik und verknüpfen somit gesellschaftliche Anforderungen mit architektonischen Konzepten. Dieser interdisziplinäre Ansatz macht sie zu einem interessanten Gestaltungsobjekt, bei dem es gilt, mit neuen Herausforderungen umzugehen. Denn sollen Schulen tatsächlich den Lern- und Lehranforderungen der Zukunft entsprechen, müssen Raumkonzepte neu gedacht werden – und zwar nicht nur bezüglich des Lernens und Arbeitens, sondern auch die Freizeitgestaltung betreffend.

Wandel des Lernens und pädagogische Konzepte in der Architektur

Kaum eine andere Gebäudeart bildet den Wandel im gesellschaftlichen Denken und in gesellschaftlichen Strukturen so deutlich und so schnell ab wie pädagogische Einrichtungen. Während in der Arbeitswelt ein Trend von starren Formen hin zu flexibleren Modellen längst zu verzeichnen ist, soll nun auch verstärkt in Schulen auf die veränderten Bedürfnisse eingegangen werden. Ganz nach der Vorstellung des Raums als „drittem Pädagogen“ werden heute die Auswirkungen der räumlichen und innenarchitektonischen Gestaltung in Schulen vermehrt in den Vordergrund gerückt.

Frontalunterricht in quadratischen Räumen an quadratischen Tischen, bei dem wenig Bewegung und Dynamik vorgesehen ist, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Schüler lernen selbständiger und miteinander statt nebeneinander, der Lehrer wirkt dabei unterstützend. Sie erschließen sich Inhalte, wobei vermehrt als früher das individuelle Lerntempo mit einbezogen wird. Damit dieses Lernkonzept funktioniert, muss es auch von der Architektur getragen werden.

Raumgestaltung und pädagogische Wirkung

Die Tatsache, dass viele Schulen ohnehin einer Sanierung bedürfen, gibt Gelegenheit, pädagogische Architektur bzw. pädagogische Raumkonzepte bereits von jetzt an umzusetzen. Für die Lehr- und Lernbereiche bedeutet das, dass sie hexagonal statt quadratisch angelegt werden und damit mehr Bewegung im Lernen zulassen. Idealerweise sind die Klassenzimmer um ein gemeinsames Zentrum herum angeordnet, aber auch entsprechend eingerichtet. Dreieckige oder hexagonale Tische erleichtern die Gruppenarbeit, da sie besser kombiniert werden können und einen größtmöglichen Austausch ermöglichen.

Allerdings ändern sich nicht nur die Lehr- und Lernformen, sondern auch die Zeit, die in Schulen verbracht wird. In Zukunft wird mehr Zeit in Bildung investiert werden, was ausgedehnteren Unterricht zur Folge hat. Entsprechend kann Schule kein rein funktionales Konstrukt mehr sein, sondern muss auch derart gestaltet sein, dass sowohl Schüler als auch Lehrer gern Zeit dort verbringen. Das bedeutet unter anderem, dass spartanische Flure und nackte Betonwände umgestaltet werden müssen und dass es altersgerechte Rückzugsmöglichkeiten geben muss.

Um pädagogische Architektur in die Schulen einfließen zu lassen und den Raum als unterstützenden dritten Faktor einzubeziehen, müssen Architekten und Pädagogen eng zusammenarbeiten – in der sogenannten „Phase Null“, die den regulären neun Leistungsphasen vorangehen muss. Die Ausarbeitung pädagogischer Raumkonzepte ist daher eine Zusatzherausforderung für den Architekten.

 

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