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Werden die anfangs ermittelten Baukosten für ein Bauprojekt überschritten, fällt meist dem Architekten die Haftung für die Kostenüberschreitung zu, denn dieser ist für die Baukostenaufstellung und die Baukostenberechnung zuständig. Der Bauherr verlässt sich in der Regel darauf. Bei der Architektenhaftung bei Baukostenüberschreitung kommt es darauf an, aus welchen Gründen die Baukosten überschritten wurden bzw. ob und wenn ja welche vertragliche Vereinbarung zwischen dem Bauherren und dem Architekten vorliegt.

Wann der Architekt nicht haftet

Ob der Architekt haftet oder nicht, hängt vor allem davon ab, ob im Planungsvertrag verbindliche Obergrenzen festgelegt worden sind. Ist dies nicht der Fall, können Kostenvorstellungen nicht als vertraglich zugesichert angesehen werden, eine Architektenhaftung entfällt demnach.

Der Architekt haftet auch dann nicht, wenn die Überschreitung der Baukosten aus anderen Gründen anfällt, beispielsweise durch die Insolvenz beteiligter Gewerke, Verzögerungen des Baubeginns durch den Bauherrn selbst oder später vorgenommene Umplanungen.

Architektenhaftung bei der Baukostenüberschreitung

Grundsätzlich hat der Architekt nicht nur die Aufgabe, einen realistischen Baukostenplan aufzustellen, sondern muss auch während des Baufortschritts die Kostenentwicklung überwachen und den Bauherrn bei Abweichungen in Kenntnis setzen. Tut er dies nicht und überschreitet die tatsächliche Summe dadurch die in der Kostenberechnung veranschlagte, muss der Architekt haften.

Grob können drei verschiedene Vereinbarungen mit dem Bauherrn zur Kostenaufstellung getroffen werden:

  1. Normale Kostenermittlung

Diese setzt sich nach DIN 276 aus der Kostenschätzung, der Kostenberechnung und des Kostenanschlags zusammen. Nach der HOAI gilt die Kostenermittlung als geschuldeter Teilerfolg. Wird sie durch den Architekten allerdings nicht vorgenommen, gilt das zwar als Mangel, ihm werden aber immer Toleranzen eingeräumt, die je nach Einzelfall festgelegt werden.

  1. Verbindliche Obergrenze

Hier wird ein absolutes Kostenlimit festgelegt, das nicht überschritten werden darf und in dessen Rahmen gebaut werden muss. Eine Toleranz wird nicht eingeräumt, sofern nicht im Vertrag etwas anderes vereinbart wird. Wird das Oberlimit überschritten, stehen dem Bauherrn nicht nur Schadenersatzansprüche zu, sondern er kann auch das Architektenhonorar mindern oder dem Architekten kündigen.

  1. Bausummengarantie

Die Bausummengarantie birgt das größte Risiko für den Architekten. Eine Überschreitung der Grenze muss gegenüber dem Bauherrn auf jeden Fall ausgeglichen werden, auch dann, wenn der Architekt keine Möglichkeit gehabt hätte, die überschüssigen Kosten zu verhindern. Fällt beispielsweise ein Gewerk aus und muss erst ein neues beauftragt werden, haftet der Architekt für die entstandenen Kosten. Seine Berufshaftpflichtversicherung deckt solche Fälle nicht ab, weswegen der Architekt eine solche Vereinbarung keinesfalls eingehen sollte.

 

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