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Stadtplaner haben sich in den 1990er-Jahren als vierte Berufsgruppe der Architektenkammern etabliert. Der Stadtplaner ist, wie der Architekt, eine geschützte Berufsbezeichnung, was allerdings nicht bedeutet, dass Architekten nicht auch als Stadtplaner arbeiten können. Architektur und Städtebau hängen eng zusammen, mitunter kann aus einem Architekturstudium beispielsweise die Stadtplanung als Schwerpunkt hervor gehen. Ebenfalls wie der Architekt muss der Stadtplaner in der Stadtplanerliste der jeweiligen Architektenkammer gelistet sein, um die Berufsbezeichnung führen zu dürfen. Er kann sowohl freischaffend als auch angestellt tätig sein.

Während der Architekt überwiegend für den Bau einzelner Bauwerke zuständig ist, beschäftigt sich der Stadtplaner mit ganzen Stadtteilen und umfassenden städtebaulichen Zielen. Als solcher kommt er mit den unterschiedlichsten Ebenen und Kreisen in Berührung – unter anderem mit Politik, Öffentlichkeit, Naturschutz sowie Verkehrsplanung. Der Architekt als Stadtplaner ist außerdem beratend tätig, kann aber auch im Forschungsbereich angesiedelt oder auch auf Gutachten für Architektur und Stadtplanung spezialisiert sein.

Vielfältige Gebiete für den Architekten als Stadtplaner

Insbesondere Stadtplanern mit architektonischem Hintergrund kommt die Aufgabe der Stadtgestaltung zu. Hierunter fällt unter anderem der Einsatz von Grünflächen sowie das verwendete Material bzw. Gestalten von Bauwerken. Dies fällt unter die informelle Planung, die im Gegensatz zur formellen Stadtplanung weniger strengen planungs- und baurechtlichen Vorschriften unterliegt, sondern freier gestaltet werden kann.

Abgesehen vom Studium bzw. der reinen stadtplanerischen Tätigkeit, muss sich der Architekt als Stadtplaner laufend fortbilden. Dadurch, dass er interdisziplinär arbeitet, braucht er tiefgreifende Kenntnisse in Bereichen wie Soziologie, Technik und Ökologie. Darüber hinaus muss er in der Lage sein, die umfassenden Projekte sowohl in ihrer Gänze als auch mit den Augen beteiligter Gruppen mit unterschiedlichen Interessen betrachten und bewerten zu können.

Zur gestaltenden Stadtentwicklung, bei der Architektur und Stadtplanung Hand in Hand gehen, gehören beispielsweise auch Weiterbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Bestandsanalysen und Standortuntersuchungen. Die ständige Fortbildung ist eine der Voraussetzungen für den Eintrag in der Stadtplanerliste und wird von den Architektenkammern angeboten.

Architekten und Stadtplaner sind demnach zwei selbstständige Berufsfelder, die aber viele Schnittstellen aufweisen. Deswegen können die Weichen bereits während des Architekturstudiums gestellt und stadtplanerische Aufgaben von Architekten übernommen werden.

 

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