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Die Insolvenz eines Architekten kann viele Gründe haben: Oftmals begegnen die Architektenbüros einer mangelnden Zahlungsmoral nicht mit dem nötigen Nachdruck, ein Anstieg der laufenden Kosten wurde nicht berücksichtigt oder Bauunternehmen und Bauherren sind ihrerseits insolvent. In der Regel verfügt der Architekt auch nicht über Reserven, die diese Ausfälle auffangen würden. Droht eine Insolvenz, ist rasches Handeln gefragt, da sonst eine Wiederherstellung des Architekturbüros umso schwieriger wird.

Insolvenzantrag rechtzeitig stellen

Ist eine Insolvenz absehbar, lassen sich viele Architekten durch verschiedene Ängste davon abhalten, einen Insolvenzantrag zu stellen. Sie fürchten baurechtliche Konsequenzen und eine Streichung aus der Architektenliste, die ihrerseits wiederum Folgen hätte: Der Verlust des Architektentitels, denn der Architekt verliert mit der Streichung das Recht, seine Berufsbezeichnung zu führen. Darüber hinaus wäre er nicht mehr bauvorlageberechtigt. Eine Streichung aus der Architektenliste kann demnach irreparable Folgen für die spätere berufliche Laufbahn haben.

Doch die Insolvenz bedeutet nicht automatisch eine Löschung. Um sie und den Verlust des Architektentitels zu verhindern, muss der Architekt seine persönliche sowie finanzielle Zuverlässigkeit nachweisen. Zur Beurteilung dessen müssen mehrere Einzelaspekte in Betracht gezogen werden – ausschlaggebend ist dabei aber vor allem, ob der Architekt weiterhin seinen beruflichen Pflichten, beispielsweise bei der Zahlung des Beitrags zu Berufshaftpflichtversicherung, nachkommen kann. Mitunter kann das Architektenbüro unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters weitergeführt werden.

Darüber hinaus ist ein Wiedereintrag in die Architektenliste möglich. Besteht keine Insolvenzsituation mehr und sind die Vermögensverhältnisse des Architekten wieder hergestellt, hat er das Recht, zur freien Berufsausübung wieder in die Liste aufgenommen zu werden.

Keine automatische Streichung aus der Architektenliste

Ein rechtzeitig erfolgter Insolvenzantrag kann Schlimmeres verhindern. Abgesehen davon, dass eine Sanierung des Architekturbüros dann wahrscheinlicher ist, sind auch die Chancen höher, dass der Insolvenzantrag angenommen wird, da das Vermögen noch ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken. Darüber hinaus lässt ein rechtzeitiger Insolvenzantrag den Architekten glaubwürdiger erscheinen und auch bei seinen Gläubigern erhält er so mit höherer Wahrscheinlichkeit eine weitere Chance.

Einzureichen ist der Insolvenzvertrag in der Regel vom Inhaber des Architektenbüros bei einem Insolvenzgericht. Dieses prüft, ob die Verfahrenskosten gedeckt werden können und ob ein Insolvenzgrund vorliegt. Daraufhin bestellt es einen Insolvenzverwalter, der mit der Verwaltung des verbliebenen Vermögens betraut wird. Innerhalb von drei Monaten erstellt er ein Insolvenzgutachten, das die Situation des Architektenbüros und seine zukünftigen Chancen darstellt. Daraufhin wird entschieden, ob das Büro aufgelöst wird oder ob eine Sanierung erfolgt.

Architekturbüros, die kritische Vermögensverhältnisse aufweisen, können sich beispielsweise an die zuständige Architektenkammer wenden und die dort angebotene Insolvenzberatung in Anspruch nehmen.

 

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